2012

Nun schon zum sechsten Mal hielt wieder der Löninger Naturfotograf und Ornithologe Hermann Dirks vor den Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 seinen Diavortrag „Auf den Spuren der Kraniche“ mit beeindruckenden Fotos dieses Vogels, aber auch zu vielen anderen Tieren und Pflanzen.
Besonders beeindruckend für die Kinder war es, von ihm geschildert zu bekommen, welche Mühe und Geduld nötig ist, solche Naturfotos zu machen.

Auch der Schulkranich „Ludger“, der 2007 als Jungvogel mit einem Sender, finanziert von Schülern unserer Schule, ausgestattet worden war, kam zur Sprache. Da Ludger mittlerweile fast fünf Jahre alt ist, der Sender aber nur eine Leistungsdauer von ca. drei bis vier Jahren hat, kann er nur noch seine unverwechselbare Ringkombination identifiziert werden.

Der Schulkranich "Ludger"

Aus einem Vortrag, den Hermann Dirks erstmals im April 2007 an unserer Schule gehalten hat, hat sich die Idee einer Patenschaft über einen jungen Kranich durch unsere Schule entwickelt.
Schülerinnen und Schüler verdienten sich durch kleine Hilfeleistungen im Haushalt ein paar Euro, die für die Anschaffung eines Senders verwendet wurden.

Ist ein Kranich mit mehr als drei Kilogramm Körpergewicht stark genug, bekommt er neben den farbigen Beinringen auch einen Sender angelegt. Dieser ist 65 Gramm leicht, wird auf dem Rücken befestigt und hält drei bis vier Jahre. Auf einer eigenen Frequenz zwischen 148 und 149 Megahertz sendet er alle anderthalb Sekunden einen Impuls aus. Mit einem speziellen Empfänger oder einem Amateurfunkgerät kann man den Kranich so aus aus bis zu sieben Kilometern Entfernung anpeilen.

Mit Hilfe dieser Telemetriedaten wird erforscht, wie groß ein Revier für eine erfolgreiche Aufzucht sein muss, welche Nahrungsflächen Kranichfamilien bevorzugen, wie diese Flächen strukturiert sein müssen und welchen Einfluss Störungen haben.

Finanziert wird die Kranich-Telemetrie aus Spenden. Paten geben einmalig 300 Euro, können dafür den Namen des besenderten Tieres auswählen und erhalten zweimal pro Jahr einen Lebenslauf "ihres" Kranichs.

Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 7 der St.-Ludgeri-Schule verdienten sich durch kleine Hilfeleistungen im Haushalt ein paar Euro, die für die Anschaffung eines Senders verwendet wurden.
Die Initiatoren Rudolf Thomann und Hermann Dirks zeigten sich sehr erfreut über das Engagement der Schülerinnen und Schüler. Hermann Dirks betonte, dass diese Aktion in mehreren Unterrichtsfächern wie z.B. in Biologie und Erdkunde berücksichtigt werden könne. Die Löninger Realschule sei die erste Schule in Niedersachsen, seines Wissens sogar die einzige Schule in den alten Bundesländern, die solch eine Patenschaft übernommen habe.

In einem Namenswettbewerb wurde der Name "Ludger" in Anlehnung an den Namen der Schule für den Kranich ermittelt.


Im Mai 2009 erreichte uns von Hermann Dirks folgende Nachricht:

Norman Donner vom Kranich- Informationszentrum in Groß- Mohrdorf hat mittlerweile die Blutproben, die den Kranichen bei der Beringung entnommen werden, ausgewertet. Alle Blutproben werden von einem Institut gentechnisch untersucht.
Dabei hat sich herausgestellt, dass Ludger tatsächlich ein Junge (Männchen) ist.

Fangaktion am 14.06.2007

Prof. Dr. Javier Alonso von der Universität Madrid und Volker Günther aus Plau/Mecklenburg haben "Ludger" beringt und mit dem Sender der St.-Ludgeri-Schule versehen.
Erleichtert kehrt "Ludger" zu seinen Eltern zurück.

14.06.2007 Altenlinden(Mecklenburg-Vorpommern)


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18.10.2007: Hemsloher Bruch,Diepholzer Moor


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23.02.2008: Lac du Der-Chantecoq


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Ludger am 25. Juli 2011 auf einem Getreidefeld bei Parchim(Mecklenburg-Vorpommern)

Foto: Wolfgang John
Am 24.07.10 zwischen Plauerhagen und Plau am See (Landkreis Parchim, Mecklenburg-Vorpommern)

Foto: Wolfgang John
Ludger im Diepholzer Moor Oktober 2009
Foto: Hermann Dirks
Ludger am Lac du Der-Chantecoq im Februar 2008
Foto: Wolfgang John

>>HIER<< wird "Ludger" im Projekt Kranichzug vorgestellt.

Wissenswertes zum Kranich

Der Kranich (Grus grus), auch Grauer Kranich oder Eurasischer Kranich genannt, ist der einzige Vertreter der Familie der Kraniche in Nord- und Mitteleuropa. Kraniche bewohnen Sumpf- und Moorlandschaften in weiten Teilen des östlichen und nördlichen Europa.

Der Graukranich erreicht aufrecht stehend eine Größe von ca. 1,20 Meter. Damit ist er deutlich größer als Graureiher und Weißstorch. Mit einer Flügelspannweite von 2,20 Meter kann er sich darin mit manchem Adler messen. Im Flug ist der Kranich an seinem langen, gerade vorgestreckten Hals zu erkennen. Typisch sind die weit hörbaren Trompetenrufe, die sie auch während des Fluges ausstoßen.

Vom grauen Gefieder heben sich deutlich die schwarz-weiße Kopf- und Halszeichnung und die rote federlose Kopfplatte ab. Der schönste Schmuck des Kranichs ist seine „Schleppe“. Diese über den kurzen Schwanz herabhängenden Federn sind die verlängerten Armschwingen der Flügel, die im Erregungszustand und während der Balz buschig aufgestellt werden. Der Vogel erscheint dann noch größer und majestätischer.

Wegen seiner markanten Erscheinung hat die größte deutsche Fluggesellschaft, die Lufthansa, den Kranich zu ihrem Markenzeichen erkoren, das das Heckleitwerk aller ihrer Flugzeuge ziert.

Jungvögel tragen anfangs ein zimtbraunes Dunengefieder. Ihr fertiges Jugendkleid ist - bis auf den sandfarbenen Kopf - braun gefärbt.

In der Gefangenschaft sind Graukraniche bis zu 40 Jahre alt geworden. In der freien Wildbahn ist die Lebenserwartung weit geringer.

Sehr vielseitig sieht die Nahrungspalette der Kraniche aus. Sie reicht von Insekten und deren Larven, Würmern, Schnecken, Fröschen, Reptilien und Kleinsäugern bis zu Mais- und Getreidekörnern, Erbsen, Bohnen, Erdnüssen, Eicheln, Kartoffeln und anderen Pflanzenteilen.

In unserer Region profitieren die Kraniche von den Maisfeldern. Zur Zugzeit im Herbst und Frühjahr finden sie auf den abgeernteten Feldern einen reich gedeckten Tisch.

Der Zug der Kraniche

Ab Anfang August finden sich die einheimischen Brutpaare mit ihrem Nachwuchs an Sammelplätzen ein. Zuerst kommen die Junggesellen und Paare ohne Bruterfolg, anschließend die Brutpaare mit ihren Jungen. Ab September erhalten sie Verstärkung von durchziehenden Kranichen aus nordischen und östlichen Brutgebieten, die in Deutschland rasten. Sie verweilen zusammen mit den heimischen Kranichen an Sammelplätzen oder unterbrechen ihren Zug an Rastplätzen.

Der bedeutendste Rastplatz in Deutschland befindet sich an der Ostseeküste in der Rügen-Bock-Region. Mittlerweile rasten regelmäßig kleinere Gruppen auch in unserem Gebiet.

Mittlerweile hat sich das Gebiet des Goldenstedter Moores(Kreis Vechta) und dem Diepholzer Moor zu einem Rastplatz entwickelt, der regelmäßig von Tausenden von Kranichen angeflogen wird.

Das Zentrum eines Rast- oder Sammelplatzes bilden ein oder mehrere Schlafplätze. Sie befinden sich in Gewässern mit Flachwasserbereichen, in denen die Kraniche nachts stehend schlafen. Hier sind sie vor Landraubtieren, z.B. dem Fuchs, sicher. Tagsüber suchen die Tiere auf nahe gelegenen Ackerflächen, besonders gern Maisäckern, nach Nahrung.

Zwischen Ende Oktober und Anfang November ziehen die Kraniche aus Mitteleuropa ab. In milden Wintern bleiben gelegentlich kleinere Kranichtrupps in Deutschland.

Auf der westeuropäischen Zugroute überwintern heute etwa 65000 bis 70000 Kraniche in Spanien, etwa 40000 in Frankreich sowie jeweils wenige tausend Vögel in Portugal und Nordwestafrika.

Der Hornborga-See

Jedes Jahr im April ist ein einmaliges Naturschauspiel in Südschweden Ziel von Tausenden von Touristen. Seit Menschengedenken ist der Hornborga-See und sein Umland Rastplatz der nach Norden zu ihren Brutrevieren ziehenden Kraniche. Unzählige Kraniche nutzen dieses Gebiet, um hier für das bevorstehende Brutgeschäft Kräfte zu sammeln. Schwedische Zeitungen, Fernsehsender und Radiostationen berichten jährlich über diese Attraktion.

Über eine Webkamera mit drei verschiedenen Einstellungen kann man das Treiben dieser beindruckenden Vögel hautnah und live miterleben.

>> Zur Webkamera am Hornborga-See<<

>>HIER<< kann man den Kranichruf hören.

Weblinks zu Kranichen

Kraniche im Wietingsmoor bei Diepholz
Kraniche in der Diepholzer Moorniederung
Naturschutz- und Informationszentrum Goldenstedter Moor
Kranichschutz Deutschland
Das Buch "Kranichbegegnungen" mit vielen Fotos von H. Dirks
 

Vortrag zum Kranich

Pressebericht vom Mai 2008 (Rudolf Thomann):

„Ludger“ überwinterte in Frankreich
- Mehrfach Funksignale des Löninger Schulkranichs empfangen -

Wie auch im letzten Jahr hielt der Löninger Ornithologe, Tierfotograf und Kranichexperte Hermann Dirks vor Schülerinnen und Schülern der Löninger Realschule einen sehr informativen Vortrag zu seinen Fotoreisen, insbesondere zur Erforschung des Kranichs. Mit einer Vielzahl beeindruckender Fotos begleitete er die Kraniche auf ihren über 5000 Kilometern langen Zugwegen in die Überwinterungsgebiete und zurück in die Brutgebiete.

„Natur kann man nur schützen, wenn man sie genauer kennt“, so Dirks und die Biologielehrer der Löninger Realschule. Besonders wichtig sei es deshalb, besonders bei Kindern und Jugendlichen tieferes Umweltinteresse zu wecken und sie für Phänomene in der Natur zu begeistern. Dass dieses Ziel erreicht wurde, zeigten zahlreiche Schüler, die Dirks mit Fragen zum Kranich, aber auch zu den Techniken der Tierfotografie überhäuften. Kaum ein Schüler hatte sich vorstellen können, welche Mühen und Geduld nötig sind, um zu solchen Tieraufnahmen kommen zu können. Bezeichnend der Ausspruch eines Schülers: „Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Solch einen Bio-Unterricht hätten wir gerne öfter.“
Besonderen Bezug konnte Dirks auf „Ludger“, den Patenkranich der St.-Ludgeri-Schule, nehmen, der durch eine Aktion der Schülerinnen und Schüler im Sommer 2007 mit einem Sender versehen werden konnte(Die MT berichtete.) Zusammen mit der Grundschule in Altenpleen/Mecklenburg ist die St,-Ludgeri-Schule die einzige Schule, die eine derartige Patenschaft übernommen hat.

Mit solch einem Sender können Jungvögel, die mehr als 3000 Gramm wiegen, zusätzlich zu den Farbringen ausgestattet werden. Das Gerät wiegt ca. 70 Gramm und wird mit einem elastischen Band zwischen beiden Flügeln auf dem Rücken befestigt. Jahrelange Erfahrungen zeigen, dass der Sender den Vogel weder beim Flug noch bei der Nahrungssuche und dem Brutgeschäft in keiner Weise beeinträchtigt. Jeder besenderte Vogel erhält eine eigene Frequenz. Alle 1,5 Sekunden wird ein Impuls abgegeben, der mit einem speziellen Receiver empfangen werden kann. Je nach Bodenrelief und Vegetation schwanken die Empfangsdistanzen von 2-7 km. Die Lebensdauer der Sender beträgt 3-4 Jahre. Paten aus ganz Deutschland sponsern die Sender, dürfen sich einen Namen für „ihren“ Kranich aussuchen und bekommen dann regelmäßig den Lebenslauf Ihres Lieblings übermittelt.

Seit der Besenderung des Jungkranichs im Juni 2007 in seinem Brutgebiet am Plauer See in Mecklenburg-Vorpommern konnte „Ludger“ bis zum Frühjahr 2008 mehrfach geortet werden. Während er den Frühherbst noch in seinem Brutgebiet verbrachte, konnten seine Funksignale im Oktober 2007 im Diepholzer Moor empfangen werden. Die nächste Meldung erhielt die Schule Ende Februar 2008. Zusammen mit Tausenden von Artgenossen verbrachte er den Spätwinter am Lac du Der-Chantecoq, einem Stausee in Mittelfrankreich. Hier konnte er von Kranichforschern nicht nur angepeilt werden, sondern er konnte sogar fotografiert und anhand seiner Ringkombination eindeutig als „Ludger“ identifiziert werden.

Schüler und Lehrer der Löninger Realschule hoffen, dass ihr Schulkranich seine „Junggesellenzeit“ gut übersteht und der Sender möglichst lange funktionsfähig bleibt.

Wo ist "Ludger"?

Die Liste der bisherigen Beobachtungen kann hier heruntergeladen werden:

19.04.2012--beobachtungen-kranich-ludger--.pdf [72 KB]

Sie wurde uns von
"Kranichschutz Deutschland" zur Verfügung gestellt.



Einige Beobachtungsorte unseres Kanichs:

14.06.2007:
>>Hier<< liegt der Beringungsort Altenlinden in Mecklenburg-Vorpommern.

22.09.2007:
Drewitzer See in Mecklenburg-Vorpommern >>Karte<<

12.10.2007:
Langenhägener Seewiesen bei Goldberg in Mecklenburg-Vorpommern
>>Karte<<

18.10.2007:
Hemsloher Bruch, südlich des Rehdener Geestmoores in der Diepholzer Moorniederung
>>Karte<<

23.02.2008:
Lac du Der-Chantecoq,
der größte Stausee in Frankreich, gelegen in der südlichen Champagne
>>Karte<<
>>Mehr<< zum Lac du Der-Chantecoq
>>Foto<<

03.10.2008:
Langenhägener Seewiesen bei Goldberg in Mecklenburg-Vorpommern
>>Karte<<

19.10.2008 :
Wietinghausen in der Diepholzer Moorniederung
>> Karte <<

Anfang November 2008 :
Rhedener Moor bei Diepholz
>>Karte<<

27.01.2009: Aragon, Ejea de los Caballeros(Spanien)
>>Karte<<

26.02.2009: Lac du Der-Chantecoq in Frankreich
>>Karte<<

Juli/August 2009: Mecklenburg Vorpommern im Bereich Plauer See/Drewitzer See
>>Karte<<

Oktober 2009: Strange(zwischen Diepholz und Sulingen)
>>Karte<<
>>Foto<<

Dezember 2009 bis Februar 2010: Lac du Der-Chantecoq in Frankreich
und Region Saragossa in Nordspanien

07.03.2010: Champagne-Ardenne, Arrigny in Frankreich

24.07.10: Zwischen Plauerhagen und Plau am See (Landkreis Parchim, Mecklenburg-Vorpommern)

24.08.2010: Bei Zarchlin(Mecklenburg-Vorpommern)

02.10.2010: Bei Altenlinden in Mecklenburg-Vorpommern (nur einige Kilometer vom Ort der Beringung im Juni 2007 entfernt)


18.11.2010: Campen (zwischen Sulingen und Nienburg)

27.11.2010: Champagne-Ardenne, Arrigny in Frankreich

15.02.2011: Champagne-Ardenne, Arrigny in Frankreich


08.05.2011: Bei Altenlinden in Mecklenburg-Vorpommern (nur einige Kilometer vom Ort der Beringung im Juni 2007 entfernt)
Es wird vermutet, dass Ludger mit seiner Partnerin einen Brutplatz gefunden hat und brütet.

25.07.2011: Ludger wurde in der Nähe von Plau(Mecklenburg) auf einem Getreidestoppelfeld gesehen. Ludgers Partnerin konnte in der Kranichgruppe nicht eindeutig zugeordnet werden. Fakt ist jedoch, dass keine Jungtiere zu sehen waren.

21.09.2011: Klebe(Mecklenburg-Vorpommern)


03.11.2011: Altenlinden(Mecklenburg-Vorpommern)

19.04.2012: Lalchow (Mecklenburg-Vorpommern)