MT-Bericht vom 14.10.2011

Raus aus der Schule, rein in die Arbeitswelt

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Schüler/innen der Löninger St. Ludgeri Realschule wechseln im
Praktikum Öl und schießen Fotos für die MT -

Von Franziska Schrandt
Für eine Woche flohen die Schülerinnen und Schüler der
Jahrgangsstufe 10 der Löninger St.-Ludgeri-Realschule aus ihrem
Schulalltag und tauschten diesen durch die für sie neue Arbeitswelt.
Organisiert wurde dieses Praktikum von den Wirtschaftlehrern der
Klasse 10. „Dieses Praktikum soll den Schülern dabei helfen auf ihr
Praktikum in der 9. Klasse auf zu bauen oder ein weiteres Berufsfeld
kennen zu lernen“, erkärte Lars Warnken, Wirtschaftslehrer an der
Realschule..
In die Löninger Redaktion der Münsterländischen Tageszeitung
verschlug es dabei die 16-jährige Franziska Schrandt, die ihre
Altersgenossen gleich unter die Fittiche nahm und sie an ihrem
Praktikumsplatz besuchte.
Wie zum Beispiel Pascal Heithaus. Dieser bewarb sich bei Mercedes
Raters in Löningen und wurde dort in das Geschehen der Werkstatt
eingebunden. „Mir gefällt das Praktikum hier sehr gut, ich darf
viele Sachen zusammen mit den Mitarbeitern übernehmen. So konnte ich
schon Ölstände überprüfen und Öl, Filter und Reifen wechseln.
Genau so habe ich mir den Beruf des Kfz-Mechatronikers vorgestellt“,
berichtet der schon passend im Blaumann gekleidete Schüler begeistert.
Auch sein Praktikumsleiter Bernhard Többen hat nichts an dem 16-
Jährigen auszusetzen: „Pascal ist sehr bemüht und erledigt die
Dinge, die man ihm aufgibt, gewissenhaft. Außerdem ist er immer sehr
pünktlich und freundlich.“
Einen für Jungen besonders außergewöhnlichen Beruf suchten sich
Justin Zager und Dominik Surmann aus. Die Realschüler absolvieren ihr
Praktikum im St.-Marien-Kindergarten. „Ich war während des
Zukunftstages auch hier im Marien-Kindergarten, für mich war dieser
eine Tag einfach zu wenig. Deshalb wollte ich mein Praktikum nutzen,
um noch einmal hier mit den Kindern zu arbeiten.“, erzählte Justin,
der als Kind ebenfalls diesen Kindergarten besucht hatte.
„Was mich total erstaunt hat waren die Räume und das Ganze drum
herum, denn das hatte ich alles viel größer in Erinnerung,“ sagt
der 15-Jährige. Dominik hatte jedoch einen ganz anderen Grund für
seine Praktikumswahl. „Da ich ein Fachabitur im Bereich Gesundheit
und Soziales anstrebe, wollte ich in dieser Woche herausfinden, ob ein
einjähriges Praktikum beim Kindergarten etwas für mich wäre,“
erläutert der 17-Jährige seine Pläne. Und bei einer Sache sind sich
die beiden Jungs auf jeden Fall einig: „Das Arbeiten mit den Kindern
macht richtig Spaß, ist aber gelegentlich auch echt anstrengend!“.
Ein ganz anderes Berufsfeld schaut sich Matthias Kramer an. Der 16-
Jährige hatte sich Elektro Warnking als Praktikumsplatz herausgesucht
und begrüßte die MT-Praktikantin, wie es sich gehört, in passender
Handwerkskluft. „Schon in meinem ersten Praktikum beschäftigte ich
mich mit dem Beruf des Elektrikers und war begeistert. Bei diesem
zweiten Praktikum bringe ich somit auch schon einige Erfahrungen mit
und kann bei mehreren Dingen mitreden,“ berichtet der Schüler in dem
blauem firmeneigenen Container auf der Baustelle. „Helfen konnte ich
hier schon bei Lampen- und Steckdoseninstallationen, genauso wie bei
Kabelverlegungen und ich lerne immer wieder etwas Neues dazu.“, gibt
er seinen Arbeitsalltag auf der großen Baustelle kurz wieder.
Im Großem und Ganzen ist das Praktikum offensichtlich ein voller
Erfolg, das den Schülerinnen und Schüler in ihren Zukunftsplänen
weiterhilft. Und Franziska? „Mir hat das Praktikum wirklich Spaß
gemacht. Das Besuchen und Ausfragen meiner Mitschüler und das Knipsen
der Fotos, aber auch das Schreiben kleinerer Meldungen, hat genau dem
entsprochen was ich mir vorgestellt hatte. So ein eigener Artikel in
der Zeitung hat natürlich schon etwas und wer weiß, vielleicht komme
ich ja noch ein weiteres Mal in diesen Genuss.“

Justin Zager und Dominik Surmann absolvieren ihr Praktikum im St.-Marien-Kindergarten. "das macht richtig Spaß hier", finden die beiden Realschüler.
Mächtig viele Strippen: Matthias Kramer verbrachte die Praktukumswoche in der Firma Elektro Warnking
Blick unter die Motorhaube: Pascal Heithaus an seinem Praktikumsplatz in der Autowerkstatt Mercedes Raters

Betriebspraktikum 2011

Realschüler genießen Abwechslung im Praktikum

Löningen
(ro) 75 Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen der St.-Ludgeri-Realschule vertauschten vor den Osterferien die Schulbänke mit betrieblichen Arbeitsplätzen, um vor Ort mehr über den Beruf ihrer Neigung zu erfahren und vielleicht auch schon mal die persönliche Eignung und Ausdauer in einem realen Sieben- bis Acht-Stunden-Betrieb zu testen.
Die meisten wählten eine Stelle in der Nähe ihres Wohnortes, also quasi „um die Ecke“.
Andere – knapp 20 % - zeigten sich dagegen weit mobiler und fanden den gewünschten Praktikumsplatz in den benachbarten Kreisen und Kommunen.
Gut ein Fünftel der Praktikanten - vorwiegend Jungen - bevorzugt das Handwerk bzw. eine Tätigkeit in der Produktion, bei den Mädchen (10) steht der Beruf der Erzieherin weiterhin ganz oben an, erstmals ist auch ein Junge im Kindergarten tätig. Während sich bei Arzt- und Physiotherapiepraxen diesmal keine Schüler bewarben, ist der Trend bei Krankenhäusern und Pflegeheimen wieder leicht angestiegen.

Stellen in Büro und Verwaltung (10) sowie in verschiedenen Labors (6) sind ebenfalls sehr begehrt. Aber auch für kreative Dienstleistungen wie z.B. Grafik, Design, Architektur oder Fotografie fanden sich Interessenten.
Bei den Besuchen durch die betreuenden Lehrer Peter Joseph, Jens Lüken und Lars Warnken äußerten sich fast alle Schülerinnen und Schüler begeistert über die Aufnahme und Betreuung durch die Mitarbeiter sowie über ihr in der Regel mehrfach wechselndes Einsatzfeld.
Alle genießen die Abwechslung zum Schulalltag, auch wenn sich nach dem ungewohnt langen Arbeitstag nicht wenige „echt geschlaucht und müde“ fühlen.
Aber auch auf Seiten der Praktikumsbetriebe war man zumeist sehr angetan vom Einsatzwillen und Interesse der Praktikanten. Gelobt wurden besonders Pünktlichkeit, Aufmerksamkeit sowie selbständiges Arbeiten nach kurzer Anleitung, alles „Dinge, die heute nicht mehr selbstverständlich sind“, hieß es nicht selten von Betreuerseite.
Das insgesamt dreiwöchige Praktikum endet am kommenden Freitag. Nach den Osterferien werden die gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen dann im Fach Wirtschaft ausgetauscht und ausgewertet. Die Praktikumserkenntnisse und – ergebnisse werden von den Schülerinnen und Schülern in individuell gestalteten Mappen festgehalten, deren Bewertung maßgeblich in die Jahresnote mit einfließt.
(Text: Franz-Josef Rolfes)

Daniel Schmitz ( Michael Grüß, Landtechnik, Meerdorf ):

„Das Praktikum macht mir total Spaß. Ich habe schon zuhause an Treckern rumgeschraubt, aber hier sind sie viel moderner und größer. Da macht sogar das Saubermachen Spaß. Die vielen Maschinen werden jetzt saisonfertig gemacht. Neben Öl wechseln durfte ich schon Bremsleitungen erneuern und Spritzen überprüfen. Alle Kollegen sind freundlich und hilfsbereit , allerdings ist man abends ganz schön müde, weil man den ganzen Tag auf den Beinen ist.“
Ann-Kathrin Lübbers ( Gastro Design, Löningen )

„Ich habe schon Tischlerplatten geschliffen und defekte Stellen verleimt, Computerboxen sowie Schränke mit Leim und Dübeln zusammengebaut und deren „Füße“ montiert. Bis jetzt gefällt mir das Praktikum sehr gut, denn der Tischlerberuf ist interessant und abwechslungsreich. So mache ich jeden Tag neue Erfahrungen und lerne gleichzeitig auch, wie man mit den verschiedenen Maschinen umgeht.“