München: ´n Maß und ´ne Brezl? – Klar, aber vor allem Mähen!

Montagmorgen halb 6 – die Klassen 10a und 10b machen sich bereit – auf, auf nach Bayern. Einmal im Leben nach München, die Stadt und ihre Geschichte kennenlernen. Um 6 Uhr waren die letzen Koffer im Bus verstaut, jetzt führte kein Weg mehr zurück.

Nun folgte eine etwa 10 stündige Fahrt, in der wir es uns mit spannenden Mario-Card-Spielen wach hielten. An unserer vorletzten Haltestelle stießen 3 junge Leute dazu, die genau wie wir, nach München wollten. Christoph, unser netter Busfahrer, nahm sie mit dem Einverständnis der Lehrer auch mit und wir fuhren mit den drei Studenten weiter Richtung München.
Endlich angekommen, war das Erst,e an dem unser Bus entlangfuhr, die Allianz-Arena, kaum ein Fotoapparat wurde dort nicht gerührt. Es dauerte auch nicht mehr lange und wir waren an unserem Hostel angekommen. Wir richteten unsere Gruppenzimmer ein, zogen uns noch einmal um – denn es war ganz schön warm - und trafen uns alle um 18 Uhr zum Essen. Danach fuhren wir gemeinsam mit der U-Bahn zum Marienplatz, bei dem wohl jeder von uns zuerst einen Blick auf das neue Rathaus warf. Nun durften wir uns hier auf eigene Faust umschauen und das taten wir auch, mit Eifer und Neugier marschierten wir durch die prunkvollen Straßen. Gegen 21Uhr trafen wir uns dann alle wieder beim Hauptbahnhof. Doch selbst das Warten auf die Restlichen uns wurde nicht langweilig, denn auf dem Marienplatz konnte man so einiges sehen, so konnten wir am ersten Tag einigen fesselnden Stücken dreier Musikerinnen zuhören.
Am Dienstagmorgen ging das Programm gleich weiter, gebucht war eine Stadttour mit dem Fahrrad. Einmal mit dem Fahrrad durch München – wer von uns macht das schon ein zweites Mal? Wir besichtigten Orte wie z.B.: den Viktualienmarkt, das Hofbräuhaus, die Oper, die Residenz, den Odeonsplatz und den Englischen Garten. Glücklicherweise spielte das Wetter auch heute wieder mit, sodass wir nicht wie eigentlich geplant zum Deutschen Museum gingen, sondern uns einen schönen Tag im Englischem Garten machten. Wer wollte konnte auch in einen anderen Stadtteil fahren oder auf eigene Faust das Deutsche Museum besichtigen. Aber natürlich ging auch dieser Tag zu Ende.
Am nächsten Morgen stand Dachau auf unserem Programm. Durch die Gedenkstätte wurden wir von einem Pastor geführt, er erzählte uns wie es in Dachau und anderen Konzentrationslagern abgelaufen ist. Viele Dinge, besonders die Gaskammern, schockierten die Gruppe.
Auf dem Rückweg fing es dann an, die Jungs mähten im Bus um die Wette. Steckte dahinter ein Sinn? – Wir erfuhren es noch nicht.

Unter Zeitdruck fuhren wir nun zum nächsten Programmpunkt: Allianz- Arena feat. Sea Life. Was ist wohl besser? Wir teilten uns in Gruppen auf und erkundeten jeweils einen dieser Orte. Auf beiden Seiten war die Begeisterung groß. Am Abend führten uns die Lehrer dann in eine kleine Pizzeria in Pasing, hier wurden wir alle mit einer Pizza und etwas zu Trinken verwöhnt. Nach dem Essen hatten wir wieder etwas Zeit und konnten München weiter auf eigen Faust erkunden. Am späten Abend ging es dann nach einem ereignisreichen Tag mit einigem Gemähe zu Bette.
Am Donnerstag war es dann soweit: Die Bavaria Filmstadt wartete auf uns. Wir genossen eine Führung, bei der sogar Herr Joseph einmal seine schauspielerische Seite ausleben konnte, und danach einen freien Nachmittag, den jeder nach seinen Vorstellungen gestalten konnte. Allen Erwartungen entsprechend liefen die Jungs gut gelaunt und natürlich mähend durch die Stadt. Was wir jedoch noch nicht wussten: Diese Verschnaufpause war nur ein Vorwand, um am Abend noch mal alles von uns abzuverlangen.
Noch nicht ahnend, wie schlimm es werden würde, fuhren wir (die Jungs mal wieder mähend) mit unserem Bus nach Hersching, doch so langsam ahnten wir was auf uns zukommen würde. Berge türmten sich vor uns auf – hoch, höher, viel zu hoch! Wir versuchten noch das Vorhaben der Lehrer zu verhindern doch es war zu spät, es gab kein Zurück mehr. Jetzt mussten wir da hoch. Mit ein paar letzten „Mähern“ liefen die Jungs den ersten Berg hoch. Nicht mal den ersten Berg ganz erklommen ging einigen schon die Puste aus; trotzdem schien der Weg einfach nicht aufhören zu wollen und auch die Berge taten uns nichts Gutes, sie wurden immer steiler, sodass wir uns nur noch fragten, warum die Lehrer uns das antaten.
Nach einer Stunde anstrengendem Wandern bezwangen wir auch die letzen Stufen - endlich angekommen! Vor uns stand das Kloster Andechs in der Abendsonne. Erleichtert ließen wir uns nieder, tranken ein halbes Maß und aßen Brezel. Jetzt hörte man die Jungs auch wieder mähen. Vollkommen ausgepowert, jedoch total zufrieden, stiegen wir nach einigen Stunden wieder in den Bus und Christoph fuhr uns zurück ins Hostel. Wie jeden Abend hatten wir auch heute noch etwas Freizeit, in der wir weitere Teile Münchens besuchen konnten.
Am letzten Tag hieß es Sachen packen und abfahren. Tragischerweise gab es im Hostel nur einen kleinen Fahrstuhl, den natürlich alle benutzen wollten. Die Insassen fuhren von einem Stock in den nächsten und die Knöpfe liefen auf Hochtouren. Doch auch dieses Problem hatten wir irgendwann gelöst.

Zum krönenden Schluss erfuhren wir nun endlich, was es mit dem Mähen auf sich hatte. Es war ganz einfach: Einer hatte angefangen und nach und nach hatten ihm alle nachgemacht. Beim Mähen kam es jedoch auf den Ton an. Wir übten auf der Rückfahrt fleißig und mähten mit den Jungs im Kanon.
Und wir waren wirklich gut!


Text: Franziska Schrandt