Elternabend zu den Gefahren des Internets

Zu einem Informationsabend zu den Gefahren und Risiken des Internets hatte die St.-Ludgeri-Realschule Löningen interessierte Eltern eingeladen. Kriminalhauptkommissar Harald Nienaber, der Beauftragte für Jugendsachen, erläuterte den Vätern und Müttern Gefahren des weltweiten Netzes. Vor allem das Internet ist ein beliebtes Medium, das für Information und Unterhaltung genutzt wird. Gerade in der letzten Zeit mehren sich jedoch die Stimmen derjenigen, die vor einem allzu unbedachten und sorglosen Umgang mit dem Internet warnen. Kinder und Jugendliche werden im Internet immer häufiger mit Gewalt und Pornographie konfrontiert.

Mit eindrucksvollen Zahlen belegte Nienaber den steilen Aufstieg des Internets. Hatten vor einigen Jahren nur wenige Haushalte einen entsprechenden Anschluss, liegt jetzt dank DSL und Flatrates die Zahl bereits bei etwa 90 % . Entsprechend ist auch die Zahl der jugendlichen Nutzer gestiegen. Viele Jugendliche besitzen sogar schon einen eigenen Zugang in ihrem Zimmer. Mittlerweile ist laut Befragungsergebnissen, die Nienaber präsentierte, für viele Kinder und Jugendliche das Internet wichtiger als Handy und MP3-Player. Damit steigen allerdings auch die Risiken und Gefahren, denen sich die jugendlichen Nutzer aussetzen.
Besonders beliebt: das Chatten. Kaum ein Jugendlicher, so Nienaber, bewegt sich heute nicht in irgendwelchen Chatrooms. So reizvoll es sein mag, sich mit Freunden zu unterhalten, zu flirten und Neuigkeiten auszutauschen, so gefährlich kann es sein, bestimmte Regeln nicht einzuhalten. Eindringlich wies er die anwesenden Eltern darauf hin, ihren Kindern bestimmte Verhaltensmaßregeln zu vermitteln:

Tipp 1: Seien Sie offen für das, was Ihr Kind tut. Machen Sie sich kundig über die Chat-Rooms, in denen sich Ihr Kind bewegt.
Tipp 2: Zeigen Sie Interesse! Begleiten Sie Ihr Kind bei seinen Chat-Erfahrungen!
Tipp 3: Suchen Sie altersgerechte und geeignete, moderierte Chatangebote!
Tipp 4: Vermitteln Sie Sicherheitsregeln! Der Chat-Partner ist oft nicht der, als der er sich ausgibt. Hinter „Petra95“ kann sich statt eines dreizehnjährigen Mädchens durchaus ein Pädophiler verstecken. Halten Sie Ihr Kind also an, keine persönliche Daten preiszugeben.
Den Kontakt im Chat sofort abbrechen, wenn die Fragen unangenehm werden oder man sich bedrängt fühlt. Ihr Kind sollte sich nie ohne Ihr Wissen mit Chat-Partnern treffen.
Tipp 5: Setzen Sie Grenzen! Beschränken Sie die Zeiten Ihres Kindes, in denen es sich im Internet bewegen darf!
Tipp 6: Melden Sie negative Auffälligkeiten! Die Polizei hilft Ihnen weiter.

Dass diese Hinweise keine Übertreibungen darstellen, zeigte Nienaber an Pressenotizen aus den letzten Wochen und Monaten, in denen von sexuellen Übergriffen berichtet wurde, denen Internetkontakte vorausgegangen waren.
Längst gehört das Surfen in der größten Datenbank der Welt, dem Internet, zu den bevorzugten Freizeitaktivitäten von Kindern und Jugendlichen. Vieles gibt es zu entdecken, das meiste davon bietet vielfältige Chancen, den eigenen Horizont zu erweitern. Der "Informations-Highway" birgt aber auch in zunehmendem Maße Gefahren.
„Dazu gehören vor allem Inhalte, die alles andere als jugendfrei sind“, so Nienaber. In Gewaltvideos(Snuff-Videos) werden teilweise reale, sehr brutale und menschenverachtende Gewalttaten gezeigt. Im Internet werden Unmengen von - teils extremem - pornografischem Bild- und Videomaterial angeboten. Dieses Angebot wächst täglich. Altersgrenzen werden, vor allem bei Material aus dem Ausland, problemlos übergangen.
„Richtig teuer werden kann es,“ betonte Nienaber, „bei einer Verletzung des Urheberrechts, z.B. durch illegales Herunterladen von Musikstücken oder Filmen.“ Betroffene Firmen machten mittlerweile konsequent ihre Ansprüche geltend. Er forderte die Eltern dringlich auf, ihren Kindern beim Surfen im Internet über die Schulter zu schauen. Die Installation einer Kinderschutzsoftware, die mit Filtern bestimmte Internetadressen ausschließt, könne nur eine flankierende Maßnahme sein; sie biete keinen vollen Schutz, auf den man sich verlassen könne. „Es gibt nur einen optimalen Schutz“, so Nienaber, „die Kontrolle der Eltern!“
Es gehöre zu den grundlegenden Erziehungsaufgaben der Eltern, ihren Kindern den richtigen Umgang mit den Medien zu vermitteln. Diese Medienkompetenz müssten Kinder genauso erlernen wie Lesen und Schreiben. Daher sollten Eltern sich unbedingt mit den neuen Medien vertraut machen.