Am 10. November 2009 übergab die St.-Ludgeri-Schule im Rahmen einer Feier im Forum Hasetal einen Kerzenleuchter in Form eines Davidsterns an die HRS Lastrup. Dieser Leuchter wird zum Gedenken an die Pogromnacht vom 9. November 1938 in jedem Jahr an eine Schule im Südkreis Cloppenburg weitergegeben.

In der Pogromnacht, die die Nationalsozialisten spöttisch "Reichskristallnacht" nannten, wurden in ganz Deutschland 1550 Synagogen und unzählige jüdische Geschäfte zerstört. Tausende von Juden wurden festgenommen, über 2000 kamen um.

Eine >>Dokumentation<< über jüdische Mitbürger aus Löningen hat Manfred Boog erstellt.
Dazu gibt es eine von Schülerinnen und Schülern erstellte >>Power-Point-Präsentation<< [8.543 KB] mit den wesentlichen Inhalten.


Weiterführende Links:

- Informationen für jüngere Schüler

- Die Reichspogromnacht
- Wissen.de/Geschichte

Artikel in der Münsterl. Tageszeitung vom 11.11.20

Schüler erinnern an Reichspogromnacht

Auch in Löningen wurde jüdische Wohnung zerstört— Davidstern weitergereicht


In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten jüdische Synagogen in ganz Deutschland. Schaufenster jüdischer Geschäfte wurden von der Sturmabteilung (SA) und der Schutzstaffel (SS) zertrümmert. An die Reichspogromnacht vor 71 Jahren, die auch den Auftakt der systematischen Verfolgung und Vernichtung der Juden durch das nationalsozialistische Regime darstellt, wurde gestern im „Forum Hasetal Löningen" erinnert.
Die St.-Ludgeri-Realschule Löningen übergab den Davidstern als „Stern der Erinnerung" an die Haupt- und Realschule Lastrup, die ihn im kommenden Jahr an eine andere Schule weiterreichen wird. Der Davidstern gilt als Symbol der religiösen Identifikation der Juden. Das Hexagramm ist eine symbolische Darstellung der Beziehung zwischen den Menschen und Gott. Die zwölf Ecken des Sterns stellen die zwölf Stämme Israels dar.
Die von der Löninger Realschule vorbereitete Erinnerungsstunde nahm auch Bezug zur nationalsozialistischen Gewalt in unserer Region und zur Gewaltbereitschaft heute. An die „schrecklichen Ereignisse der jüngsten Zeit in Deutschland, die gezeigt haben, was mit Menschen geschieht, die nicht wegsehen und helfen", erinnerte Schulleiter Christoph Hesener.
Gewalt erlitten während der Reichspogromnacht in Löningen auch die jüdischen Geschwister Julius und Amalie Steinburg, deren Wohnung in der heutigen Tabbenstraße zerstört wurde. Die Geschwister zogen nach Haselünne. Aus Haselünne wurden die dort lebenden Juden verschleppt und ins Konzentrationslager gebracht. Julius Steinberg konnte jedoch bleiben, weil er schon über 60 Jahre alt war. 1942 erkrankte er und kam ins jüdische Krankenhaus in Hannover, wo er kurze Zeit später starb. Seine Schwester Amalie wurde 1942 deportiert und später für tot erklärt.
Die Schülerinnen und Schüler erinnerten an die „Moorsoldaten" im KZ Börgermoor und an das Schicksal des jüdischen Osnabrücker Malers Felix Nussbaum, der 1944 zusammen mit seiner Frau von der Wehrmacht inhaftiert und nach Auschwitz gebracht wurde, wo Felix Nussbaum, vermutlich zusammen mit seiner Frau, ermordet wurde.
Widerstand gab es jedoch auch. Der Löninger Kaplan Ernst Henn — damals Kaplan in Cloppenburg — prangerte die Übergriffe gegen die jüdischen Mitbürger in einer Predigt heftig an: „Vor Gott ist Brandstiftung Brandstiftung, Raub ist Raub !" Für diese Worte wurde er angeklagt, ihm geschah aber nichts.
Als Vertreter der „Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Oldenburger Münsterland" nannte Hans Werner Büsching die Reichspogromnacht „eine Schande in der Geschichte unseres Landes und Volkes". Ereignisse der Gegenwart zeigten, dass Freiheit und Menschenwürde auch heute nicht selbstverständlich seien, sondern oft dadurch verteidigt werden müssen, dass „Nein" gesagt wird.
Mit weiteren Beiträgen, wie dem Schattenspiel „Hymn" und Michael Jacksons „Heal the World", riefen die Schülerinnen und Schüler zu mehr Menschlichkeit auf.

Text: Heinz Benken

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