Weihnachtsmusical 2008
Am 18. Dezember und 19. Dezember 2008 führten Schülerinnen und Schüler Löningen das Weihnachtsmusicals "Am Himmel geht ein Fenster auf" im Löninger Forum auf.
Der Weihnachtsbotschaft neue Aktualität gegeben
Dazu hier der Zeitungsbericht von Franz-Josef Rolfes in der "Münsterländischen Tageszeitung" vom 24.12.2008:
Viel Lob für Musical-Aufführung der St.-Ludgeri-Realschule
Hellauf begeistert waren die Zuschauer im voll besetzten Löninger Forum von der Aufführung des Weihnachtsmusicals "Am Himmel geht ein Fenster auf", das von rund 50 Schülerinnen und Schülern der St.-Ludgeri-Realschule präsentiert wurde. Die größtenteils noch sehr jungen Akteure agierten selbstbewusst und ohne Scheu auf der Bühne und meisterten auch die gesanglichen Parts bravourös.
Von der Empore aus begleitete ein Chor mit eindrucksvollen Liedern das Geschehen auf der Bühne und auch der "Orchestergraben" begeisterte mit seiner musikalischen Begleitung an den Instrumenten. Besonders angetan war das beifallfreudige Publikum vom Klavier-Duo Manfred Esters / Marcel Behnke sowie Steffen Willen am Schlagzeug, die mit filigranem Spiel die Gesangseinlagen einfühlsam und schon fast professionell untermalten.
Die Idee des Autors Jörg Ehni, den bekannten Ereignissen um die Geburt Jesu durch den Einbau moderner Elemente neue Aktualität zu verleihen, wurde fantasievoll und mit viel Engagement umgesetzt, dazu mit sehenswerten schauspielerischen Leistungen, wobei für die Hauptrollen geradezu Idealbesetzungen gefunden wurden.
Den roten Faden durch die Handlung ziehen zwei Kinder aus der heutigen Zeit, Patrick (Marie Schnieders) und Florina (Kira Wienken), ein muslimisches Mädchen aus Albanien, das Jesus nur als großen Propheten kennt und mehr über die biblische Geschichte erfahren möchte. Und so nimmt die Geschichte bis zur Flucht der heiligen Familie nach Ägypten ihren Lauf, doch die bekannten Figuren wirken reichlich verfremdet:
Der römische Kaiser Augustus (Dominik Wagner), der sich erhaben in einer Sänfte auf die Bühne tragen lässt, um singend über mangelnde "Kohle" zu klagen, weshalb er die Volkszählung und Eintragung in die Steuerliste befiehlt; der arrogante, machtbesessene und wie ein Rohrspatz fluchende Herodes (Stefanie Diekmann), der in Begleitung seiner vorlauten und karrierebewussten Sekretärin (Eva Frilling) per Handy mit seinem Geheimdienst über die angebliche Geburt eines neuen Königs in dem "Kuhfladen" Bethlehem diskutiert; die Heiligen Drei Könige, die als Gesandte der "Orient-Bank" die Meldung durch Berechnungen auf ihrem Laptop bestätigen und ihre Dienste anbieten ("Wir finanzieren Königreiche, Kriege ,Wiederaufbau - Sie verstehen ?").
Endlich Joseph (Lewin Wenner) mit der hochschwangeren Maria (Katrin Berens), die sich in ihrem Zustand nur widerwillig auf den strapaziösen Weg macht und gegen die widrigen Umstände ihrer Niederkunft ankämpft ("Kriegten Männer die Kinder, dann kämen sie nicht auf so eine blöde Idee"), sich letztlich aber Josephs gesungenem "Der Kaiser hat's befohlen" beugt.
Im Zentrum des sparsamen Bühnenbildes steht vor einem modernen Stadtmotiv nur eine Holzbank. Sie ist auch Treffpunkt weiterer, armselig bekleideter Leute, die unterwegs Halt machen oder sich erschöpft auf den Boden legen, um über die beschwerliche und gefährliche Reise zu klagen.
Unwillkürlich - aber vom Komponisten natürlich beabsichtigt - treten dem Betrachter hier die Bilder von elenden Migrations- und Flüchtlingszügen unserer Tage vor Augen, und wenn Joseph fragt "Sind wir nicht alle eine große Familie ?" wird dann nicht der Wunsch nach friedlicher Integration deutlich ? Und schauen wir bei der Not anderer oft nicht ebenso weg wie der Gastwirt, der mit der Volkszählung ein "dickes Geschäft" macht aber Josephs Bitte nach einem Platz in der Herberge mit einem Blick auf Maria aus Bequemlichkeit ignoriert ?Und sollten wir nicht auch häufiger mehr Zivilcourage zeigen wie jener Soldat des Herodes, der bei dessen Auftrag, alle Neugeborenen der Umgebung zu töten, Gewissensbisse bekommt und mit Befehlsverweigerung reagiert ?
Diese und weitere aktuelle Botschaften vermochte das Musical nicht zuletzt durch eine gelungene Inszenierung zu vermitteln. Die beeindruckendste Szene der Vorstellung war vielleicht die Verkündung der Geburt Jesu durch das "Ehre sei Gott!" der Engel unter einem blitzdurchzuckten Bühnenhimmel gegen Ende des Stückes. Den bald folgenden, lang anhaltenden Schlussapplaus hatten sich alle Mitwirkenden jedenfalls redlich verdient.
"Tief bewegt" dankte Schulleiter Christoph Hesener allen Beteiligten für die tolle Aufführung, die seine Erwartungen übertroffen habe. Einen Blumenstrauß für ihren großen Einsatz in der Vorbereitung überreichte er den musical-erfahrenen Lehrkräften Ute Steigemann, Elisabeth Weinert und Dagmar Hollmann sowie der Debütantin Sabine Olliges, die nach der erfolgreichen Premiere ihrer erst seit wenigen Monaten bestehenden Theater AG sichtlich erleichtert schien.
Gedankt wurde auch Forum-Chef Bernd Fleming für die technische Unterstützung und der Löninger Jugend-Werkstatt des Sozialen Briefkastens für die freundliche Bereitstellung der Kostüme.
Weihnachtsmusical 2008
| Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen. |